Gelassenheit lernen in Krisen

innere Ruhe und Gelassenheit

Heute will ich mal aus persönlicher Erfahrung berichten, wie ich es schaffe, in einer Krise mehr Gelassenheit und innere Ruhe zu bekommen.

Am Anfang der ganzen Corona-Krise ging es mir wie vielen anderen – ich habe den Ernst der Situation nicht realisiert. Wie das oft so ist, wenn eine Krise beginnt – auch wenn wir in persönliche Krisen geraten.

Dann kam das jähe Erwachen und damit kamen bei mir auch Sorgen und Ängste.
Bei vielen Frauen mit Home Office oder Kindern (oder gleich beidem) kommt jetzt oft auch noch Überforderung dazu, extremer Stress und vielleicht auch Wut über die Umstände. Das sehe und höre ich gerade viel in meinem Bekanntenkreis.

Und da kommt die Frage auf: Wie schaffen wir es, in Krisenzeiten unsere innere Ruhe zu bewahren (oder wiederzufinden) und gelassener mit all dem Gefühlschaos umzugehen, was gerade vielleicht in uns tobt?

Meine Strategie zu Anfang war folgende:
Ich habe getan, was ich in solchen Situationen immer tue und mich gut um mich selbst und um meine Bedürfnisse gekümmert.
Dazu gehört, dass ich mir Zeit für mich selbst genommen habe, ich habe viel gelesen, Pflanzen auf meinem Balkon gepflanzt, bin spazieren gegangen und habe Sonne getankt – also Dinge getan, von denen ich weiß, dass sie meiner Seele gut tun. Einfach mal den Druck rausgenommen.

Nachdem ich vor 10 Jahren einen Burnout hatte und eine Zeit lang an Depressionen erkrankt war (keine gute Mischung übrigens), habe ich das schließlich zur Genüge gelernt.

Ich habe also meine Gefühle zugelassen und habe geweint und war auch mal wütend. Aber trotzdem, die Ängste und Sorgen wollten einfach nicht verschwinden.

Dabei war ich gar nicht so sehr besorgt um mich selbst. Klar, ich kann momentan nicht mehr arbeiten wie gewohnt und hatte auch Umsatzeinbußen, aber ich weiß, dass unsere Existenz nicht gefährdet ist und das es uns alles in allem mit unseren Lebensumständen sehr gut geht.
Warum hatte ich dann die ganze Zeit diese Ängste? Ich wollte der Sache auf den Grund gehen und begann, intensiveres Gefühlsmanagement zu betreiben.

Management klingt im Bezug auf unsere persönlichen Gefühle vielleicht erstmal sehr rational und kühl, aber wenn unsere Emotionen uns zu überwältigen drohen und wir aus einer bestimmten Stimmung nicht mehr wirklich herauskommen, wird es Zeit, das wir das Ganze mal näher betrachten.

Unsere Gefühle zu „managen“ hat nichts mit Verdrängung zu tun. Und auch nicht damit, sie ungefiltert an unseren Mitmenschen rauszulassen. Sondern es hat ganz viel mit Selbstliebe zu tun, mit Fürsorge und Mitgefühl für uns selbst. Und auch damit, wie gut oder schlecht wir unser Leben empfinden.

Das bewusste Management unserer Gefühle kann verhindern, das wir uns dauerhaft von unseren Ängsten leiten lassen, nur noch jammern, oder in Negativität oder Depressionen verfallen.

Was Du wissen musst: hinter jedem Gefühl steckt auch immer ein Gedanke.
Gefühle entstehen nicht durch äußere Einflüsse oder werden durch andere Menschen verursacht, sondern sie entstehen in uns selbst.
In der Psychologie nutzt man dieses Wissen unter anderem in der kognitiven Verhaltenstherapie.
Im Umkehrschluss bedeutet das, wenn wir uns auf Entdeckungsreise nach den Ursachen für unsere Gefühle in uns selbst machen, und diese Gedanken nach und nach verändern, können wir damit letztendlich unser ganzes Leben zum Positiven verändern.

Für mich war es also an der Zeit, den Gedanken auf die Spur kommen, die meine Sorgen auslösten, wenn ich nicht die ganze Zeit von dieser Angst gelähmt werden wollte. Ich hatte meine Gefühle zwar zugelassen und bewusst gespürt, aber noch nicht ausreichend gemanagt.
In meinem Fall steckte hinter meiner Angst der Gedanke, dass meiner Familie etwas passieren könnte. Als mir das klar geworden ist, habe ich mich ganz bewusst mit diesem Gedanken auseinandergesetzt.

Fakt ist: ich kann nicht verhindern, dass den Menschen, die ich liebe, etwas passieren könnte. Egal ob das durch ein Virus ist, oder durch einen Autounfall.
Ich habe mir das Worst-Case-Szenario ausgemalt. Das war nicht schön, soviel sei gesagt.

Nun arbeite ich daran, den Gedanken zu ändern, der hinter der Angst steckt. Ich denke jetzt: „Wenn etwas passieren sollte, werde ich gewappnet sein. Es wird nicht leicht, aber ich werde einen Weg finden, damit umzugehen.“ Dieser neue Gedanke hat dazu geführt, dass ich ruhiger durch diese Krise gehen kann.

Aber: Gedanken verändern geht nicht von heute auf morgen. Das ist ein Prozess, der braucht einfach Zeit. Wenn Du das ausprobierst, erwarte keine Wunder. Du wirst immer wieder daran arbeiten müssen.

Auch bei mir kommt ab und zu diese Angst wieder hoch. Und wenn sie kommt, dann nehme ich sie zur Kenntnis und denke meinen neuen Gedanken. Das gibt mir eine innere Gelassenheit, die mir hilft, mit dieser Angst umzugehen. Denn dadurch, dass ich mich schon gedanklich damit auseinandergesetzt habe weiß ich, wie es weitergeht.

Hier ist nochmal für Dich

mein persönlicher 6-Punkte-Plan, um gelassener durch Krisenzeiten zu navigieren

(gilt übrigens auch für persönliche Krisen – nicht nur für weltweite Pandemien):

  1. Spüre in Dich rein, welches Gefühl Dich gerade belastet oder bremst
  2. Frage Dich, welcher Gedanke dahintersteckt, der das Gefühl auslöst
  3. Setze Dich mit dem Gedanken auseinander
  4. Überlege, was passieren könnte
  5. Lass Deinen Kopf und Dein Herz eine Lösung finden, wie Du damit umgehen kannst
  6. Spüre die Gelassenheit, wenn Du die Lösung gefunden hast

Ich wünsche Dir, dass Du Deine innere Ruhe und Kraft auch in schwierigen Zeiten findest, egal, ob in der aktuellen Corona-Lage oder einer persönlichen Krise.

Und falls Du noch Fragen dazu hast, hinterlasse gerne einen Kommentar, schreib mir per mail oder schick mir eine Nachricht auf Instagram.

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