Wien – eine Romanze

Wien im Morgengrauen

Dies ist ein alter Beitrag aus meinem vorherigen Blog.

Vor ziemlich genau einem Jahr war ich mit meinem Mann für ein paar Tage in Wien.  Als ich kürzlich in Erinnerungen an den Urlaub im letzten Jahr schwelgte, dachte ich, ich könnte doch einfach mal einen Blogbeitrag über Wien schreiben.

Vor über 10 Jahren – auch im Februar –  war ich das erste Mal in Wien, und seitdem hat Wien definitiv einen festen Platz auf der Liste meiner Lieblingsstädte.  Und das, obwohl ich bisher Wien noch nie im Sommer erlebt habe. Doch Wien und die Wiener haben einfach Stil, Kultur und Charme. Und Stil, Kultur und Charme sind Dinge, die ich ausgesprochen attraktiv finde.
Wien ist für mich als Besucherin der Stadt einfach ein herrlicher Ort um das Leben zu genießen.

Ich weiß, wenn man nur ein paar Tage zu Besuch in einer Stadt ist, sieht man nicht alles. Und ich schreibe hier natürlich mit einer sehr touristischen Sichtweise auf die Stadt. Mir ist durchaus klar, das ich manches vielleicht romantischer sehe, als jemand, der dort lebt. Daher hier auch meine ganz persönliche Sichtweise.

Was für mich das besondere Lebensgefühl an dieser Stadt ausmacht?

1. Die Architektur

Allein schon durch die Straßen und Gassen in Wiens erstem Bezirk und entlang der Ringstraße zu schlendern, ist ein Erlebnis.
Gotik, Renaissance, Barock, gründerzeitliche Prachtbauten und Jugendstil, es gibt überall etwas zu entdecken. Ich könnte stundenlang nur durch die Innere Stadt bummeln und mich an den schönen Fassaden, Passagen und Innenhöfen erfreuen. Auch die Kirchen, allen voran der Stephansdom, sind architektonische Highlights aus vielen verschiedenen Jahrhunderten. Wenn Ihr auch Liebhaberinnen historischer Architektur seid, bietet Euch Wien schon ganz viel, ohne dass Ihr auch nur einen Cent dafür ausgeben müsst.

Ein weiteres Highlight war übrigens unser Gründerzeit-Hotel. Wir hatten vergangenes Jahr ein Zimmer im Hotel Regina, einem sehr traditionellen Vier-Sterne-Hotel  nahe an der Ringstrasse. Wir hatten dort ein schönes Zimmer mit herrlichem Blick auf die Votivkirche und in Richtung Schottentor. Das Bild ganz oben über diesem Beitrag ist dort entstanden.

Ich gestehe, ich habe ein Faible für den Charme von alten Traditions-Hotels. Ich mag die Atmosphäre in solchen Häusern sehr gerne.
Interieur und Mobiliar im Hotel Regina waren größtenteils historisch (abgesehen vom modernen Badezimmer) und im Frühstücksraum gab es ein großes Wandgemälde.
Wir haben uns des Öfteren den Luxus gegönnt, abends einfach im zum Hotel gehörigen Restaurant Roth zu Essen, statt nochmal in die Stadt zu gehen – die hausgemachten Burger dort waren himmlisch. Ich weiß, Burger sind jetzt nicht gerade typisch für Wien, aber sie waren nach all den leckeren österreichischen Spezialitäten durchaus eine schöne Abwechslung.
(Nein, dieser Beitrag ist nicht gesponsored und ich habe auch keine Vergünstigungen bekommen. Ich fand es einfach nur schön dort.)

Nettes Detail: ganz ähnlich wie die berühmte Sachertorte aus dem gleichnamigen Hause, gibt es auch in diesem Hotel eine eigene Tortenkreation, die Kaiser-Franz-Josef-Torte nach altem Familienrezept. Und damit komme ich auch schon gleich zum nächsten Punkt – den kulinarischen Highlights.

2. Kulinarische Delikatessen

Die berühmte Kaffeehauskultur und das Wiener Schnitzel sind ja bekannt. Das die Wiener Kaffeehäuser so beliebt sind, ist kein Wunder. Es gibt so viele Kaffeespezialitäten und -variationen, dass selbst ich als Teetrinkerin einige gefunden habe, die ich sehr sehr gerne mochte (aber keine Sorge, man bekommt auch guten Tee in Wien).
Doch auch abseits der berühmtesten Kaffeehäuser und Schnitzelrestaurants gibt es in Wien kulinarisch sehr viel zu entdecken.

An unserem ersten Tag, einem Samstag, wurden wir von der Schlange aus Touristen, die sich vor dem Café Central bis auf die Straße zog, erstmal abgeschreckt dort hineinzugehen (wir waren dann ein paar Tage später dort). Dafür haben wir festgestellt, dass Wien eine sehr große und sehr gute Auswahl an Konditoreien und Cafés zu bieten hat. Wir fanden durch Zufall die Kurkonditorei Oberlaa am Neuen Markt, die für uns an den nächsten Nachmittagen des Öfteren ein gemütlicher Erholungsort von unseren ausgiebigen Stadterkundungen wurde.

Von einem der berühmtesten touristischen Schnitzelrestaurants Wiens waren wir übrigens enttäuscht. Selbst unter der Woche langes Warten auf einen Tisch und dann schnelle Abfertigung wie am Fließband, bei mäßiger Qualität. Dafür hatten wir ein anderes Mal ein herrliches Kalbsschnitzel in gediegener Atmosphäre in einem anderen Restaurant. Abseits der touristischen Hauptattraktionen hat man manchmal einfach die bessere Qualität und den besseren Service.

Noch mehr Leckereien findet Ihr natürlich auf dem bekannten Naschmarkt, der ist auf jeden Fall einen Bummel wert. Allerdings hatte ich den Eindruck, das die Auswahl im Vergleich zu vor 10 Jahren etwas geschrumpft ist. Es gab viele Stände mit sehr ähnlichen bis gleichen Angeboten. Aber leckere Sachen in großer Auswahl findet man trotzdem immer noch. Und es gibt dort auch Cafés und Restaurants, um die Füsse auszuruhen.

Prinzipiell findet man also in Wien auch abseits der bekannten Namen sehr gutes Essen und guten Kaffee. Darum einfach mal den Reiseführer wegstecken, dem Bauchgefühl vertrauen und etwas unbekanntere Lokalitäten ausprobieren. Vielleicht findet ihr dann auch „Eure“ Konditorei oder das ein oder andere kulinarische Kleinod.

3. Kunst, Kultur & Traditionen

Kulturell hat Wien jede Menge zu bieten. Musik, Theater, die Bälle und jede Menge sehenswerte Museen und andere Sehenswürdigkeiten.
Bei meinem ersten kurzen Wienaufenthalt war ich in der Schatzkammer, der Hofjagd- und Rüstkammer und der Sammlung alter Musikinstrumente, außerdem im Haus des Meeres.
Im vergangenen Jahr haben wir einen ganzen Tag im Kunsthistorischen Museum verbracht. Und es gibt für die kommenden Wien-Aufenthalte noch so viel mehr spannende Museen zu entdecken.
Auf meiner Sehenswürdigkeiten-Wunschliste für die kommenden Besuche in Wien stehen auf jeden Fall noch das Naturhistorische Museum Wien, die Albertina und die Spanische Hofreitschule.

Wer Musik, Ballett und Theater liebt, findet in Wien immer eine Möglichkeit, Konzerte, Ballettvorführungen oder Theaterstücke zu besuchen. Da sind natürlich die berühmte Wiener Staatsoper und das renommierte Burgtheater, aber es gibt in der ganzen Stadt auch kleinere Theater, Konzerte und andere kulturelle Darbietungen. Nicht ohne Grund wird Wien „Welthauptstadt der Musik“ genannt. Es gibt Musical-Theater, kleinere Konzerthäuser, Jazz Clubs und so viele kleinere Bühnen, wo man von Klassik bis Rock alles findet, was das Herz (und der persönliche Musikgeschmack) begehrt.

Auch Märkte, Festivals und andere Veranstaltungen gibt es in Wien das Ganze Jahr über reichlich. Mich hat die Eisbahn vor dem Rathaus sehr fasziniert. Aber da ich schon seit Jahren nicht mehr auf Schlittschuhen stand, habe ich sie lieber nur von Außen bewundert.

Wer wie ich das Tanzen liebt, sollte Wien tatsächlich im Winter besuchen, wenn die Ballsaison im vollen Gange ist. Es gibt dann Bälle in der ganzen Stadt, die Veranstalter sind verschiedene Berufsgruppen, Vereine und Verbände. Manche sind privat und nur auf Einladung, für andere kann man ganz einfach Karten kaufen, sich dem Dresscode entsprechend chic anziehen, hingehen und genießen. Der berühmteste Ball ist natürlich der Opernball, aber es gibt auch kleinere und intimere Veranstaltungen. Es gibt übrigens auch Alternativen zum Standard-Tanz, wie z.B. einen Technoball und einen Hip-Hop-Ball. Ist zwar nicht so ganz meine Welt, aber ich finde es toll, das so ein breites Spektrum gibt.

Was mir außerdem zum Stichpunkt Kultur (in diesem Falle eher Kultiviertheit) aufgefallen ist waren die Rücksichtnahme und Höflichkeit, die ich in unserem deutschen Alltag oftmals vermisse. In Wien wurden wir überall sehr zuvorkommend und höflich behandelt, egal ob beim Essen, beim Shoppen, im Supermarkt oder in der Tram. Ich persönlich stehe ja auf gute Umgangsformen, daher habe ich das dort sehr genossen.

4. Mode & Stil

Wien hat nicht nur im architektonischen Stadtbild Stil und Charme, auch für Modeliebhaber wie mich gibt es sehr viel zu entdecken.
Selten habe ich so viele so gut angezogene Menschen gesehen, wie in Wien – für mich als Stil-Coach und Liebhaberin von klassischerem Stil definitiv eine echte Augenweide.

Natürlich gab es auch jede Menge Touristen in der üblichen „praktischen“ Touristenaufmachung, aber ich war sehr angetan von der außergewöhnlich großen Zahl von Leuten, die ihren ganz persönlichen Stil überzeugend trugen und dabei einfach super aussahen.
Es gab super angezogene Fashionistas, die die neusten Trends trugen, extrem luxuriös gekleidete Leute, und auch alles dazwischen. Sehr elegante Frauen mit dem gewissen Etwas, die klassisch-konservativ gekleideten Business-Ladies, die Preppys, Frauen mit einem wunderschönen Bohemian-Style oder mit toll zusammengestelltem coolem Urban Chic.
Was sie alle gemeinsam hatten? Man hat ihnen angesehen, dass sie ihren persönlichen Stil mit Selbstbewusstsein tragen und sich Gedanken um ihr Erscheinungsbild gemacht haben. Unabhängig davon, ob sie ein legeres Jeans-Outfit oder einen teuren Designermantel trugen. Das fehlt mir manchmal, wenn ich hier in Deutschland durch die Städte gehe, daher habe ich es einfach sehr genossen, so viele schicke Menschen zu sehen.

Und auch zum Shoppen gibt es reichlich Auswahl. Von den üblichen Highstreet-Klamotten-Ketten über bekannte Marken und exklusive Designer- und Luxuslabels bis hin zu Maßschneidern, kleinen ausgefallenen Indie-Designern und schnuckeligen kleinen Boutiquen für Hüte und Handschuhe. Man findet was für jeden Stil und jedes Budget.

Wenn Ihr nach Wien fahrt, vergesst also nicht, euer Reisebudget entsprechend zu planen, wenn Ihr Eure Zeit dort zum shoppen nutzen wollt. Und wenn ihr nicht als Tourist auffallen wollt, zieht euch einfach so an, das ihr toll ausseht und euren persönlichen Stil verkörpert.
Mich hat Wien sehr inspiriert, weiter an meinem persönlichen Stil zu feilen.

Das waren erstmal meine vier Punkte, die Wien für mich zu einer meiner Lieblingsstädte voller Genuss und Lebensfreude machen.

Wien ist für mich immer wieder eine Reise wert. Und ich freue mich schon, irgendwann mal wieder diese schöne Stadt zu besuchen und weiter zu entdecken. Vielleicht sogar mal im Sommer…

Falls Ihr noch ein paar tolle Insider-Tipps für meine nächste Wienreise habt, schreibt sie mir gerne in die Kommentare. Ich freue mich über Anregungen und Austausch.

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